Wohnungssuche: Was jüngere Bewerber beachten sollten

 

In Groß- und Universitätsstädten haben es insbesondere jüngere Wohnungssuchende besonders schwer, eine Mietwohnung zu finden. Denn in Ballungsräumen ist die Zahl der Singlehaushalte hoch und gleichzeitig die Zahl kleiner Wohnungen gering. Um diese konkurrieren gleich mehrere Gruppen wie Azubis, Studierende und Berufsanfänger sowie Singles, die schon länger im Job sind. Letztere Gruppe hat oft die beste Chance auf den Zuschlag.

Gleichzeitig stiegen in den zurückliegenden Jahren die Wohnungsmieten fast überall. Daher interessieren sich Vermieter noch mehr als früher für die Einkommensverhältnisse ihrer potenziellen Mieter: Sie wollen sichergehen, dass sie sich die Miete leisten können.

Auch in Essen liegen die Mieten für gut ausgestattete Bestandswohnungen bei mittlerweile circa 14 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete. In anderen Großstädten wie Düsseldorf, Berlin, München oder Hamburg noch weit darüber. Daher sollten jüngere Menschen bei der Wohnungssuche besonders viel Aufmerksamkeit auf ihre Unterlagen legen, insbesondere bei der Dokumentation ihrer Einkünfte.

Besonders wichtig: Einkommen belegen

Das größte Manko ist bei den meisten jüngeren Wohnungssuchenden das monatliche Einkommen. Sie sollten damit aber offen umgehen und beispielsweise belegen, dass sie sparsam leben und anhand von Kontoauszügen zeigen, dass sie Bafög erhalten oder von ihren Eltern finanziell unterstützt werden. Vielleicht haben sie auch einen Nebenjob. Dass sie dabei gegenüber ihrem potenziellen Vermieter ihre finanzielle Lage offenlegen, müssen sie in Kauf nehmen. Tun sie das nicht, geht die Wohnung vermutlich an einen anderen Bewerber.

Bei der Vermietung gilt die Faustregel, dass die Höhe der Warmmiete maximal ein Drittel des Einkommens betragen soll. Bei Studierenden oder Auszubildenden ist die Relation aber oft eine andere. Ratsam ist es, direkt beim ersten Schreiben einen Gehaltsnachweis und eine Schufa-Auskunft beizulegen, wenngleich diese Unterlagen eigentlich erst bei der Mietvertragsunterzeichnung nötig sind.

Dennoch hat sich in den zurückliegenden Jahren die Praxis durchgesetzt, zu einem frühen Zeitpunkt und auf freiwilliger Basis den Vermieter oder Verwalter die Einkommensverhältnisse darzulegen. Auch sollten jüngere Bewerber eine Mietbürgschaft ihrer Eltern sowie eine zusätzliche Schufa-Auskunft von diesen beilegen.

Zielführend kann es sein, im Anschreiben zu erwähnen, dass man langfristig in der Wohnung leben will und dass die Einkommenslage stabil bleibt. Auch wenn man das Studium bald abschließt, um danach zu arbeiten und mehr Geld zu verdienen, sollte man dies im Vermieteranschreiben erwähnen.

Haustiere im Anschreiben erwähnen

In etwa der Hälfte der Haushalte leben Haustiere, meistens Katzen oder Hunde. Wer mit einem Vierbeiner in die neue Bleibe einziehen will, sollte dies ebenfalls direkt im Anschreiben sagen. Hilfreich kann es sein, ein Foto des Tieres beizulegen, um zu zeigen, dass es sich beispielsweise um einen kleinen Hund handelt.

Vermieter können zwar grundsätzlich keine Haustiere verbieten. „Es macht aber immer einen guten Eindruck, wenn man offen und transparent dieses Thema anspricht. Das hinterlässt beim Vermieter einen guten Eindruck“, erläutert Stefan Pásztor. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Firma Xcorp Immobilien in Essen und Vorsitzender des Ring Deutscher Makler (RDM), Bezirksverband Essen.