Modernisierung: Was nach Jahren auf Immobilieneigentümer zukommt
Wer bereits einige Zeit in seinen vier Wänden lebt, muss Sanierungs- oder Modernisierungsarbeiten durchführen. Welche Materialien besonders langlebig sind und warum auch Leitungsrohre aus Kunststoff nicht ewig halten.
Wer den Wert und Komfort seiner Wohnung oder seines Hauses erhalten beziehungsweise steigern will, denkt in erster Linie an Verschönerungen in den Bereichen, in denen er sich häufig aufhält. Also etwa an ein neues Wohnzimmer, eine neue Küche oder ein modernes Bad.
Aber andere Investitionen sind unter Umständen wichtiger, auch wenn sie nicht auf den ersten Blick den Wohnkomfort erhöhen. Dazu zählen neue Fenster oder eine Dämmung, die dazu beitragen, die Energiekosten zu senken. Oft macht es auch Sinn, Abdichtungen des Hauses, wie Sockel, Keller, Drainagen und das Dach zu prüfen: Dringt dort ungesehen längere Zeit Wasser ein, können die entstehenden Schäden gravierend werden.
Das gilt auch für Wasserrohre. Gerade Wasserschäden und Rohrbrüche sind die häufigsten Schäden, die Gebäudeversicherungen gemeldet werden. Sie treten meist 20 bis 25 Jahre nach dem Einbau auf. Dies betrifft im Übrigen auch Kunststoff- und nicht nur Metallrohre. Leitungen aus Plastik, die meist mit dem Hinweis verkauft werden, ein Leben lang zu halten, gehen auch nach etwa 40 bis 50 Jahren in die Knie. Dies ist unter anderem abhängig von der Dicke der Rohre, ihrer Qualität und der Wasserbelastung: Wird einem mehrköpfigen Haushalt viel geduscht und gekocht, gehen die Leitungen zumeist schneller kaputt als bei weniger stark genutzten Rohren. Zudem beeinflusst der Kalkgehalt des Wassers die Lebensdauer. Bei Rohrbrüchen bleibt Eigentümern keine andere Wahl als der aufwändige Austausch.
Aluminiumfenster erhalten mit dem Tausch des Glases eine bessere Dämmleistung
Die Art des Materials spielt auch bei Fenstern eine entscheidende Rolle. Denn nicht immer ist es nötig, diese auszutauschen, sobald sie in die Jahre gekommen sind. Bei Aluminiumfenstern lassen sich zum Beispiel oft in den vorhandenen Rahmen die Scheiben tauschen: Der Rahmen lässt sich öffnen und wieder montieren. Dabei kann oftmals auch von einer zwei- auf eine dreiglasige Lösung umgestiegen werden. Bei Kunststoffrahmen ist dies teilweise auch möglich – je nachdem, in welchem Zustand das Material ist.
Holzfenster benötigen etwas mehr Pflege. Sind sie eher dem Wetter ausgesetzt, sollten sie circa alle zehn bis 15 Jahre neu lackiert werden. „Holzfenster im Bad müssen häufig sogar alle fünf bis acht Jahre frische Farbe erhalten, weil sie besonders Nässe und Feuchtigkeit ausgesetzt sind“, erläutert Stefan Pásztor. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Firma Xcorp Immobilien in Essen und Vorsitzender des Ring Deutscher Makler (RDM), Bezirksverband Essen.
Holzdielen sollten – je nach Beanspruchung – etwa alle zwei Jahre einen neuen Pflegeanstrich erhalten. Nach einigen Jahren kann es ratsam sein, den Belag abzuschleifen. Dabei werden etwa drei Millimeter abgenommen. Holzdielen mit einer Dicke von zwei Zentimetern können demnach bis zu fünfmal abgeschliffen werden.
Das gilt jedoch nicht für (dünneres) Fertigparkett. Dieser Bodenbelag hat oft nur eine drei Millimeter dicke Nutzschicht und kann in der Regel gar abgeschliffen werden. Er muss im Zweifelsfall ersetzt werden.
Und wann ist der richtige Zeitpunkt für die Investitionen?
Eigentümer sollten bei der Planung ihrer Investitionen vorab prüfen, welche Maßnahmen besonders energieeffizient sind und damit in der Regel zum Werterhalt ihrer Immobilie beitragen. Manche Maßnahmen können gebündelt werden, weil es etwa Kosten spart, wenn man die Fassade dämmt und gleichzeitig das Dach repariert. Das Gerüst muss nur einmal aufgestellt werden. Für manche Vorhaben gibt es auch Fördermittel.
Bei der Planung sollte man auf alle Fälle Energieberater und/oder Architekten hinzuziehen, die sich mit Modernisierungen auskennen und anstehende Kosten kalkulieren können.